Wechselspiel

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Zwischenwelten

… und der Reiz der Symmetrie

Wenn ich neben der illustrativen Arbeit ein wenig Zeit erübrigen kann, beschäftige ich mich unter anderem gerne mit der freien Acrylmalerei. Die hier gezeigten Bilder spielen mit dem Kontrast zwischen Vorder- und Hintergrund, in denen sich Schnelligkeit und Akuratesse, Dynamik und Statik abwechseln. Was mich thematisch daran interessiert sind Bilder, die die Sehgewohnheiten herausfordern und solche, die die Fläche auf zwei unterschiedliche Weisen erfahren lassen, je nachdem, welcher Ebene es gelingt, sich in den Vordergrund zu spielen. Es sind Bilder, die einen immer wieder auffordern sich mit ihnen zu beschäftigen, was durch den Blick-Wechsel zwischen diesen beiden Ebenen gefördert wird, denn je mehr man sich mit ihnen auseinandersetzt, desto mehr wird man sich zwischen ihren Ebenen hin und her bewegen können.

»Neun«

Durch die Verbindung dieser lebendigen Hintergründe mit den darüber gelegten grafischen Mustern tritt ein sich gegenseitig steigernder Kontrast in Erscheinung. Ordnung trifft auf Willkür, Freies wird in Geradliniges gefasst. Beide konkurrieren miteinander, unterstützen sich jedoch auch und fordern sich gegenseitig heraus. Ein spannendes Wechselspiel beginnt.

»Ausweg«

Machen Sie die Probe. Sehen Sie bei dem Bild mit den 9 Kreuzen zunächst die Kreuze auf einfarbigem Untergrund, oder erscheinen sie eher als Öffnungen, die den Blick freigeben auf den dahinter befindlichen Untergrund? Es kommt natürlich auch darauf an, wie weit man von den Bildern entfernt ist oder wie sehr man die Augen zusammenkneift. Das gleiche Prinzip habe ich bei dem Bild „Ausweg“ angewandt und obwohl hier mehr Hintergrund zu sehen ist, wird der Blick doch zunächst auf den Vordergrund, also auf das labyrinthartige Liniengefüge gelenkt. Oder nicht?